Rund um Madeira liegen nicht nur die bekannte Hauptinsel, sondern auch kleinere Nachbarn mit sehr unterschiedlichem Charakter. Ich trenne die Inseln bei Madeira deshalb bewusst in Reiseziel, Schutzgebiet und „nur mit Genehmigung zugänglich“, weil genau diese Unterscheidung für die Planung am meisten bringt. So siehst du schnell, welche Insel für Strand, Natur oder einen Bootsausflug wirklich Sinn ergibt.
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick
- Zum Archipel gehören Madeira, Porto Santo, die Desertas und die Selvagens.
- Nur Madeira und Porto Santo sind bewohnt; die übrigen Inseln stehen unter strengem Naturschutz.
- Porto Santo ist die beste Wahl für Strandurlaub mit 9 Kilometern Sandstrand und ruhigem Wasser.
- Die Desertas bestehen aus Ilhéu Chão, Deserta Grande und Bugio und sind ökologisch besonders sensibel.
- Die Selvagens sind ein geschütztes Vogelparadies; der Zugang ist nur mit besonderer Genehmigung möglich.
- Von Madeira nach Porto Santo dauert der Flug etwa 15 Minuten, die Fähre rund 2 Stunden 30 Minuten.

Welche Inseln bei Madeira gemeint sind
Wenn von Madeira die Rede ist, geht es streng genommen um ein kleines Archipel im Atlantik, nicht nur um eine einzelne Insel. Für Reisende ist vor allem wichtig: Es gibt zwei bewohnte Inseln und zwei Inselgruppen, die in erster Linie als Naturreservate geschützt werden. Genau deshalb wirken die Inseln so unterschiedlich, obwohl sie geografisch zusammengehören.
| Insel | Status | Wofür sie steht | Praktisch relevant für dich |
|---|---|---|---|
| Madeira | Bewohnt, Hauptinsel | Funchal, Berge, Levadas, Küste, Kultur | Die beste Basis für einen klassischen Madeira-Urlaub |
| Porto Santo | Bewohnt | 9 Kilometer Strand, ruhigeres Tempo, Meer | Ideal für Badeurlaub und entspannte Tage |
| Desertas | Streng geschütztes Naturreservat | Steilküsten, Vulkanlandschaft, Seevögel | Spannend für Naturfans und organisierte Touren |
| Selvagens | Streng geschütztes Naturreservat | Vogelparadies, abgelegene Vulkaninseln | Kein normales Ausflugsziel, Zugang nur mit Genehmigung |
Ich würde die Inseln deshalb nicht als vier gleichwertige Ziele betrachten, sondern als vier sehr verschiedene Rollen innerhalb desselben Archipels. Wer das einmal verstanden hat, plant deutlich besser. Und genau diese Unterschiede machen Porto Santo und die Schutzgebiete im nächsten Schritt so interessant.
Porto Santo als die einfachste Insel für einen Aufenthalt
Porto Santo ist die Insel, die für die meisten Besucher am schnellsten greifbar wird. Der große Unterschied zu Madeira ist das Gefühl: weniger steile Hänge, mehr Weite, ein langer Sandstrand und ein insgesamt deutlich ruhigerer Rhythmus. Für mich ist Porto Santo die klare Antwort, wenn jemand nicht nur Natur sehen, sondern wirklich am Meer ankommen möchte.
Die Insel ist vor allem wegen ihres 9 Kilometer langen Strandes bekannt. Dazu kommen milde Wassertemperaturen und ein eher entspanntes Umfeld, das gut zu längeren Strandtagen passt. Gleichzeitig ist Porto Santo nicht nur ein Strandstreifen: Die Insel ist seit 2020 auch als Biosphärenreservat anerkannt, was ihren ökologischen Wert unterstreicht.
- Für Strandurlaub ist Porto Santo die stärkste Option im Archipel.
- Für einen Tagesausflug reicht die Insel, für echtes Abschalten würde ich aber über eine Übernachtung nachdenken.
- Von Madeira aus kommst du per Flug in etwa 15 Minuten oder mit der Fähre „Lobo Marinho“ in rund 2 Stunden 30 Minuten hin.
- Wer Ruhe, Meer und ein überschaubares Reiseziel sucht, wird hier meist schneller glücklich als auf der Hauptinsel.
Der wichtigste Punkt ist für mich die Wahl des Verkehrsmittels: Der Flug spart Zeit, die Fähre gibt dir mehr Gefühl für das Archipel und ist oft die schönere Anreise. Sobald man Porto Santo verstanden hat, wirkt der Rest der Inselgruppe noch klarer abgegrenzt.
Desertas und Selvagens sind keine klassischen Ausflugsinseln
Die Desertas und die Selvagens gehören ebenfalls zu Madeira, aber sie funktionieren für Reisende ganz anders. Beide Gruppen sind Naturschutzräume und eben keine Orte, an denen man einfach spontan anlandet, herumläuft und weitermacht wie auf einer Urlauberinsel. Genau das macht sie so spannend - und gleichzeitig so leicht falsch einzuordnen.
Die Desertas liegen südöstlich von Madeira und bestehen aus drei kleinen Inseln: Ilhéu Chão, Deserta Grande und Bugio. Vulkanischer Ursprung, steile Küsten, wenig bebaute Fläche und ein sehr empfindliches Ökosystem prägen das Bild. Für Naturbeobachtungen sind sie stark, für klassische Inselhopping-Ideen eher nicht.
Die Selvagens sind noch restriktiver. Es handelt sich um zwei Hauptinseln und mehrere kleinere Felsinseln, die als wichtiges Vogelreservat gelten. Der Zugang ist nur mit vorheriger Sondergenehmigung möglich. Das heißt in der Praxis: Nicht als spontane Ergänzung einplanen, sondern nur dann, wenn du eine wirklich gezielte Naturreise oder einen klar organisierten Sonderausflug möchtest.
| Inselgruppe | Typ | Zugang | Realistische Erwartung |
|---|---|---|---|
| Desertas | Naturreservat mit drei Inseln | Nur im Rahmen organisierter Touren sinnvoll | Rohes Naturerlebnis, Seevögel, Küste, kein Komfortziel |
| Selvagens | Streng geschütztes Reservat | Nur mit besonderer Genehmigung | Exklusiv, abgelegen, für die meisten Reisenden nicht regulär zugänglich |
Wenn du also zwischen „sehen“ und „wirklich besuchen“ unterscheiden willst, bist du hier genau an der richtigen Stelle. Die nächste Frage ist deshalb nicht mehr, was diese Inseln sind, sondern wie man die Reise sinnvoll plant, ohne Zeit oder Erwartungen zu verlieren.
So plane ich einen Inselmix, ohne Zeit zu verlieren
Für einen ersten Aufenthalt auf Madeira würde ich die Planung sehr schlicht halten: Hauptinsel zuerst, Porto Santo nur dann ergänzen, wenn Strand und Ruhe wirklich wichtig sind, und die Schutzgebiete nur als Sondererlebnis mitdenken. Madeira selbst ist groß genug und vielfältig genug, dass man es nicht an einem Tag abarbeitet. Genau das ist ein guter Filter gegen überladene Reisepläne.
- Setze Madeira als Basis, wenn du Wandern, Küste, Aussichtspunkte, Funchal und Kultur kombinieren willst.
- Nimm Porto Santo dazu, wenn du bewusst einen Gegenpol suchst: weniger Hektik, mehr Strand, mehr Badefokus.
- Plane Desertas nur ein, wenn du eine organisierte Bootstour oder ein naturbezogenes Spezialprogramm wirklich willst.
- Behandle die Selvagens nicht als normales Reiseziel, sondern als geschützten Sonderfall mit Zugangsbeschränkung.
- Baue immer Puffer ein, denn Wetter und Seegang können auf dem Atlantik schneller umplanen, als man denkt.
Ich würde außerdem nicht versuchen, alle Inseln unter denselben Erwartungen zu betrachten. Madeira ist das aktive, vielseitige Zentrum, Porto Santo die entspannte Ergänzung, die Desertas das robuste Naturerlebnis und die Selvagens der streng geschützte Ausnahmefall. Wer so plant, trifft meist deutlich bessere Entscheidungen als jemand, der nur nach „mehr Inseln“ sucht.
Welche Insel sich für welchen Reisetyp lohnt
Am Ende hängt die richtige Wahl davon ab, was du von der Reise erwartest. Für mich ist das Archipel gerade deshalb so stark, weil es nicht nur ein Postkartenmotiv liefert, sondern mehrere sehr unterschiedliche Urlaubserfahrungen auf engem Raum. Man muss nur die richtige Insel mit dem richtigen Ziel verbinden.
- Strand und Ruhe: Porto Santo
- Wandern, Kultur, gutes Essen, vielfältige Küste: Madeira
- Naturbeobachtung und Bootserlebnis: Desertas
- Abgeschiedenheit und streng geschützter Lebensraum: Selvagens
Wenn ich die Entscheidung auf eine einfache Formel reduziere, dann diese: Madeira für Vielfalt, Porto Santo für Strand, Desertas für Natur, Selvagens für Schutzgebiet und Ausnahmecharakter. Genau diese Aufteilung macht die Inseln rund um Madeira so spannend, und genau deshalb lohnt es sich, sie nicht als eine einzige Destination zu behandeln.